Hoflössnitzschule Radebeul

 

 

Städtebau & Freiraum

 

Standortwahl: Das Wettbewerbsgebiet am Radebeuler Ausgustusweg gelegen befindet sich im „Park“ der Wachschen Villa. In der Vergangenheit wurde ein grosser Schulbaukörper in den Park eingestellt. Dieser Baukörper stört den direkten Kontakt des Grünraums / Parks zum Strassenraum empfindlich. Dieser Baukörper und seine Position sollen künftig Aufgegeben werden. Der für das neue Schulhaus gewählte Standort befindet sich auf der Ostseite des Grundstücks, auf dem bereits freigeräumten Grundstücksteil des Sportplatzes. Durch die Standortwahl bietet sich die Chance den Park im Bereich des derzeit bestehenden Schulhauses wieder zu kultivieren.

 

Masstäblichkeit / Körnung: Das Projekt sieht eine „Pavillonartige“ Bebauung mit einem dreigeschossigen Schulbaukörper am Standort des bisherigen Sportplatzes vor.

Das neue Schulhaus gliedert sich durch seine Grundrissform und durch seine Kubatur in die bauliche Umgebung Radebeuls ein. Das Haus, mit den Dimensionen 50.25 m x 41.25 m ist zwar deutlich grösser als die umgebende Wohnbebauung – die Nutzung als wichtiges Öffentliches Haus des Stadt Radebeul rechtfertigt dies. Die Grundrissform korrespondiert mit den „würfeligen“ Baumassen der Umgebung.

Am Augustusweg wird ein Eingangsbereich zum Schulgelände ausgebildet.

 

 

Freianlagenkonzept

 

Schule: Das Konzept sieht die Einordnung der Schule und Pausenflächen als kompakte Anlage ausserhalb des Kernbereichs des Parks vor.

Die Pausenfläche umgeben das Schulgebäude terrassenartig. Die unterste, der Stadt zugewandte Terrasse beherbergt den Schulgarten. Oberhalb des Gebäudes am Waldrand, ist eine grüne Terrasse als Spielwiese mit Klettermöglichkeiten, Sandspiel etc. vorgesehen. Die fussläufige Erschliessung der Schule erfolgt vom Augustusweg aus.

 

Freisportanlage: Die Freisportflächen werden als leicht terrassierte, ebenfalls kompakte Anlage in den Park integriert.

Durch Wegfall des ehemaligen Schulgebäudes wird somit die Sichtverbindung vom Augustusweg in den Park gestärkt, und nach Auslichtung bzw. Entfernung der Pioniervegetation der Blick in die Weinberge ermöglicht.

Ein hangparalleler Weg verbindet Schule und Freisportflächen.

Den Sportanlagen vorgelagert befindet sich die Gymnastikwiese auf einem leichten Plateau im Park.

 

Parken: Parkplätze für Schule und Freisportanlage liegen innerhalb der Parkeinfriedung. Parkseitig werden sie von Hecken eingefasst.

Vom Ausgustusweg soll der Eindruck einer eingefriedeten Parkanlage entstehen, die Blickbeziehungen in den Park zulässt.

 

Parkanlage und Villa Wach: Durch Auslichtung des Spontanaufwuchses und Pflege des Bestandes werden wichtige Blickbeziehungen des Ensembles wieder freigestellt und die räumliche Grundkonzeption der Anlage wieder ablesbar gemacht. Besondere Gehölzformationen und Solitäre werden dabei bewusst herausgestellt. Die Hauptwege werden an die neue Erschliessung angepasst, sanft nivelliert und saniert und um sinnvolle Nebenwege ergänzt.

Der Erschliessungsbereich des Kinderheims wird neu strukturiert, das Parken geordnet und die Terrasse westlich der Villa als Grünfläche wieder hergestellt.

 

 

Organisation

 

Der Baukörper der Grundschule hat eine Abmessung von 50.25 Meter x 41.25 Meter und eine Höhe 11.20 Meter bis zur Attika. Das Haus ist „Ringartig“ aufgebaut. In der Peripherie des Rings liegen die Schulräume. Auf der Süd- und der Westseite, der Sonne zugewandt, liegen die Klassen- und die Gruppenräume. Diese Raumzone hat eine lichte Raum¬tiefe von 7.125 Metern. Auf der Ostseite des Baukörpers liegen die Räume der Lehrer. Diese Raumzone hat eine lichte Raumtiefe von 5.500 Metern. Auf der Gebäudenordseite befinden sich die „Sonderräume“ wie beispielsweise die Bibliothek. Im Zentrum des Gebäudes befindet sich ein über alle vier Etagen reichender Infrastrukturkern mit Sanitär- und Nebenräumen und Platz für einen Aufzug.

Der Kern beinhaltet in den Schulgeschossen (1. OG und 2. OG) einen gedeckten zweigeschossigen Patio. Dieser gedeckte „Wintergarten“ kann in den Übergangsjahreszeiten als Erweiterung der Pausenfläche genutzt werden. Solare Energiegewinne, können über den Patio erzielt werden, die auf einfache Weise dem Schulhaus zugeführt werden können. Der Patio wird darüber hinaus zur natürlichen Belüftung des Schulhauses herangezogen.

Im Erdgeschoss des Gebäudes ist der Hort untergebracht. Die einzelnen Horträume haben über grosse bodenstehende Fenstertüren mit einem direkten Zugang in den angrenzenden Freiraum.

Eine grosszügige Treppenanlage erschliesst die für die Grundschule genutzten Obergeschosse.

Die Sporthalle befindet sich im Zentrum des Baukörpers im Untergeschoss.

Der Jugendtreff wird seperat im bestehenden Pförtnerhaus untergebracht.

Für die perspektivische Erweiterung des Schulkomplexes um zwei Jahrgangsstufen wird anstelle des Pförtnerhauses ein neues Bauvolumen vorgeschlagen.

 

 

Konstruktion & Material

 

Rohbau: Bauteile gegen Erdreich (Wände gegen Erdreich im Bereich der Teilunterkellerung bzw. bei der Sporthalle und die Bodenplatten) sind in Ortbeton ausgebildet. Tragende Bauteile (Decken, Dach und Stützen) sind aus Stahlbeton. Die Schule ist auf einem regelmässigen Stützenraster von 4.50 M x 4.50 M aufgebaut.

Alle Bauteile haben eine vollflächige und wärmebrückenfreie aussenliegende Dämmung. Alle Flachdachflächen erhalten eine extensive Dachbegrünung.

 

Fassade | Gebäudehülle: Die Fassaden besitzen eine vorgehängte Wetterschale aus 60 mm starken Stahlbetonfertigteilen. Durch das Einmischen von antrazitfarbenen Zuschlagsstoffen in die Fassadenfertigteile wird eine dunkelgraue Farbigkeit erwartet. Die Oberflächen der Betonfertigteile ist Stahlkugelgestrahlt und wirkt körnig rau.

Die Fenster des Gebäudes werden als Isolierglasfenster der Schallschutzklasse 4 (R’w = 37 dB) ausgebildet. Die Fensterelemente sind Fensterelemente aus Holz- Aluminium.

Die Fensterelemente der Grundschule haben die Abmessung: 2.24 M x 4.25 M.

Die Fenster haben Lüftungsklappen um die dahinterliegenden Räume natürlich zu belüften. Ein aussenliegender Sonnenschutz aus hellen Textilien wird verdeckt in der Fensterlaibung untergebracht.

 

Ausbau: Die nichttragenden Trennwände zwischen den Einzelräumen sind in Elementbauweise errichtet und gewährleisten eine hohe Flexibilität in der Raumstruktur.

Alle Wand- & Deckenflächen sind weiss gestrichen.

Der Bodenbelag in den Erschliessungsbereichen (Eingangshalle und Flurflächen) besteht aus Betonwerksteinplatten.

Die Bodenbeläge in den Klassenräumen sind dazu abgesetzt (Industrieparkett, Eiche).

 

Schwarzplan

 

Lageplan

 

Grundriss Erdgeschoss

 

Grundriss 1. Obergeschoss

 

Grundriss 2. Obergeschoss

 

Ansicht / Schnitt

 

Ansicht / Schnitt

 

Modell

 

Modell