HOTEL STADT ROM - DRESDEN

 

Bebauungsvariante  "Stadtreparatur"

 

Die Wilsdruffer Strasse wird als Zeugnis einer wichtigen Epoche der Stadtentwicklung akzeptiert. Die Bauaufgabe lässt sich nun auf die Frage der stadträumlichen Verflechtung von Neumarkt und Wilsdruffer Strasse in ihrer heutigen Form am historischen Standort des Hotel Stadt Rom eingrenzen. Als Ergebnis der Analyse der historischen öffentlichen Räume und der Untersuchung der "in Rede stehenden" Standortszenarien werden folgende grundlegende Entscheidungen getroffen:

 

1 Für den Neumarkt als öffentlichen Raum ist die Moritzstrasse als Erschliessung unverzichtbar.

 Deshalb ist ihre Wiederherstellung als echte Erschliessung in der historischen Breite sowohl für die

 Funktionalität als auch für die ästhetische Wirkung des städtebaulichen Ensembles von

 entscheidender Bedeutung.

 

2. Eine "Verschmelzung" von Resten des Hauses Wilsdruffer Strasse 4-12 mit einer ergänzenden

 Bebauung ist aufgrund des Gebäudegrundrisses nicht möglich. Deshalb ist es notwendig, das

 Gebäude zum nächstmöglichen Zeitpunkt zurückzubauen.

 

An der Schnittstelle zwischen Hotel Stadt Rom und Wilsdruffer Strasse 14 - 16 wird ein neues Eckgebäude plaziert. Architektonisch sollte es den Übergang von früher sozialistischer Moderne zur Retroarchitektur des Neumarktes leisten.

 

Die kleine Kirchgasse wird in ihrer ursprünglichen Form nicht wiederhergestellt. Stattdessen wird in dem neuen Eckgebäude eine Passage vorgesehen, die einen Durchgang zwischen Hotel Stadt Rom und Heinrich-Schütz-Residenz ermöglicht.

 

Zwischen Moritzstrasse und Stadtmuseum kann der Block in Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss vervollständigt werden. Über die architektonische Durchbildung der Ecksituation des Blockes zur Wilsdruffer Strasse kann erst sinnvoll nachgedacht werden, wenn eine Entscheidung getroffen wurde, ob das Palais de Saxe rekonstruiert werden soll.

 

 

Städtebaulicher Rahmenplan

 

- vollständige Arrondierung des Neumarktes

- Rekonstruktion des Hotel Stadt Rom am historischen Standort

- Wiederherstellung der Moritzstrasse – Stadtgrundriss als Gedächtnis der Stadt

- selbstverständlicher Anschluss des Neumarktes an das System der öffentlichen städtischen Räume

- Stärkung der Nordseite der Wilsdruffer Strasse

- Herstellung von angemessenen Quartiersgrössen

- Gestaltung der Wilsdruffer Strasse als Boulevard

- es wird „nur“ ein Haus zurückgebaut

- Wiederherstellung von wesentlichen räumlichen Zusammenhängen – räumlicher Zustand von 1945

 

 

Leitbau Hotel Stadt Rom

 

Über die Wiedererrichtung des Hotels Stadt Rom am historischen Standort scheint in weiten Teilen der Bevölkerung ein Konsens zu bestehen. Auch im Dresdner Stadtrat steht eine parteiübergreifende Mehrheit dem Wiederaufbau positiv gegenüber.

Städtebaulich ist die Errichtung eines Gebäudes genau an dieser Stelle unbedingt zu empfehlen. Vor diesem Hintergrund gibt es unseres Erachtens keinen Anlass, sich gegen die Rekonstruktion zu verschliessen (wenngleich nicht nur städtebaulich, sondern auch architektonisch an dieser Stelle auch anderes Gebäude an dieser Stelle gebaut werden könnte).

Der historische Grundriss des Hotel Stadt Rom kann relativ einfach den heutigen Anforderungen an ein Hotel angepasst werden, ohne in die Grundstruktur des Gebäudes einzugreifen. Auch ein zweites Treppenhaus und ein Aufzug lassen sich gut integrieren.

 

 

Massnahmen im öffentlichen Raum

 

In der Vorzugsvariante schlagen wir folgende Massnahmen für die Wilsdruffer Strasse vor:

 

1. Eine weitgehende Aufhebung der Funktionstrennung im öffentlichen Raum.

Als Vorbild könnte die Gestaltung der Verkehrsflächen im Bereich des Wilsdruffer Kubus dienen.

2. Eine durchgängige Bepflanzung mit grossen, schattenspendenden Bäumen, die ein möglichst

hohes und ausladendes Blätterdach bilden sollen.

3. Eine moderate Bespielung der öffentlichen Flächen mit Kiosken und entsprechend zugeordneten Stadtmöbeln.

4. Eine neue Gestaltung des Bodenbelages, der im Sinne eines "Stadtbodens" den Stadtraum der

 Wilsdruffer Strasse über die gesamte Breite zu einer gestalterischen Einheit zusammenzieht.

 

 

Gebäudeentwurf

 

Eckhaus:

Das Eckgebäude schliesst direkt an das Haus Wilsdruffer Strasse 14-16 an. Dafür muss die Arkade, die gegenwärtig die kleine Kirchgasse bestimmt zurückgebaut werden. In diesem Bereich wird im neuen Gebäude eine grosszügige Passage vorgesehen.

 

Im Erdgeschoss und im 1. OG ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Die darüber befindlichen Geschosse bieten Platz für 4-5 Wohnungen je Etage. Sie werden von zwei Treppenhäusern erschlossen. Ein Patio sorgt eine günstigere Belichtung der Wohnungen.

Um die erforderlichen Stellplätze zu gewährleisten ist eine Tiefgarage vorgesehen. Eventuell kann sie über die Tiefgarage des Hotel de Saxe angebunden werden.

 

Lücke:

Die Moritzstrasse zwischen Neumarkt und Wilsdruffer Strasse ist im ganzen kaum länger als 60m. Um dennoch den Charakter einer veritablen Strasse zu wahren sollte der westliche Teil unbedingt mit drei verschiedenen Gebäuden bebaut werden. Deshalb ist zwischen dem Eckgebäude und dem Hotel Stadt Rom ein weiteres Gebäude eingefügt. Das Gebäude muss zwischen dem Hotel Stadt Rom mit seiner feinen vertikalen Gliederung und dem Eckgebäude vermitteln. Dies gelingt am besten durch eine Fassade, die mit einer eigenständigen Haltung zur Ensemblebildung beiträgt. Das Haus kann verschiedenartig genutzt werden. Die ersten beiden Geschosse könnten ein Restaurant beherbergen. Darüber könnten Wohnungen sein, die ebenfalls zusätzlich über den Patio belichtet werden.

 

Fassaden:

Die 2-geschossige Arkade des Gebäudes Wilsdruffer Strasse 14 – 16 wird bei dem Neubau weitergeführt. Darüber erhebt sich eine 5-geschossige Putzfassade, die das Thema der Lochfassade des angrenzenden Gebäudes aufgreift. Durch einen grösseren Anteil an Fensterfläche und ein anderes Fensterformat mit Dreisprossenteilung gewinnt die Fassade gegenüber dem Nachbarn an Eigenständigkeit.

Auf der Seite der Moritzstrasse ist die Grundstruktur der Fassade fast identisch mit der Wilsdruffer Seite.

 

 

 

 

 

Schwarzplan

 

Lageplan

 

Grundriss EG

 

Grundriss OG

 

historische Fassade

 

Arbeitsmodell

 

Perspektive / Wilsdruffer Strasse