Strassenansicht

Wohn- und Geschäftshaus Fetscherstrasse, Dresden

 

 

Städtebau

 

Das Areal liegt in der Dresdner Johannstadt westlich der Fetscherstrasse. Bis zur Kriegszerstörung 1945 war das Gebiet dicht in Blockrandstruktur bebaut. Der zentrale Platz des Viertels war der Dürerplatz. Östlich der heutigen Fetscherstrasse (früher Fürstenstrasse) ging die Blockrandstruktur in eine Bebauung aus freistehenden Einzelhäusern über. Dieser Stadtraum ist heute nicht mehr vorhanden. Der Wiederaufbau des Quartiers erfolgte nach 1945 unter Berücksichtigung des noch vorhandenen Strassennetzes und der städtischen Infrastruktur in offener Zeilenstruktur – für die Entstehungszeit durchaus zeitgemäss und modern. Das Gebiet stellt sich heute als heterogen bebaut dar, was u.a. an dem nördlich anschliessenden Hochhaus und den grossen Freiflächen zwischen den Baukörpern liegt. Ziel des Entwurfes ist es einerseits die zeilenartige Baustruktur des Quartiers weiterzuführen, andererseits aber auch den Strassenraum der Fetscherstrasse in diesem Bereich durch eine klare bauliche Kante zu stärken und überdies einen „privaten“ und lärmgeschützten Innenhofbereich zu schaffen. Ausgehend von den Parametern (a: Grenzabstand des Gebäudes auf der Ostseite 2,50 Meter (erhalt der Vegetation entlang der Fetscherstrasse), b: Höhenentwicklung mit einer 6-geschossigen Bebauung, c: Einhaltung der bauordnungsrechtlich geforderten Abstandsflächen) wird ein Baukörper entwickelt, welcher entlang der Fetscherstrasse positioniert ist und einen lärmgeschützten Innenhofbereich schafft. Die prägenden Roteichen entlang des Strassenraumes erhaltenen einen Pflegeschnitt und bleiben erhalten. Die notwendigen Stellplätze sowohl für die gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss als auch für die Wohnungen in den weiteren Obergeschossen werden in einer Tiefgarage im 1. Untergeschoss eingeordnet. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt möglichst weit vom Kreuzungspunkt Fetscherstrasse / Dürerstrasse entfernt, nördlich des Neubaus. Die Fahrradstellplätze und der Standort für die Müllcontainer sind in einem eingeschossigen langgestreckten Baukörper im Innenhofbereich untergebracht. Die Feuerwehrzufahrt zum Innenhofbereich liegt südlich des Neubaus.

 

Gebäudeorganisation

 

Das neue Gebäude besitzt die Abmessungen: 54,14 Meter x 14.765 Meter. Der Neubau besitzt ein Untergeschoss und sechs Obergeschosse. Die Attikahöhe beträgt 20.14 Meter über OKG. Das Gebäude ist auf orthogonalem Grundriss entwickelt – somit lassen sich für alle Räume sinnvolle Raummöblierungen darstellen. Das Gebäude besitzt ein Fachdach. Die Kubatur des Hauses sowohl zur Fetscherstrasse als auch zum Innenhof ist durch rückspringende Einschnitte und vorspringende Loggien in der vertikalen gegliedert. Im Untergeschoss sind folgende Funktionen untergebracht:

 

1) Tiefgarage mit 56 PKW- Stellplätzen zur Deckung des Stellplatzbedarfes des gesamten Gebäudes.

2) Kellerräume

3) Technikzentrale

4) Teilbereich des Sportstudios (Umkleiden & Sanitärräume)

 

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sind die Flächen des Sportstudios eingeordnet. Durch die gewählte Konstruktion und die haustechnische Struktur ist es möglich grosse zusammenhängende Flächen herzustellen welche eine variable Aufteilung und ggf. auch spätere räumliche Veränderungen ermöglichen. Im 2. bis 5. Obergeschoss sind insgesamt 32 Wohnungen untergebracht (20 WE mit je 2 Wohnräumen, 12 WE mit je 3 Wohnräumen). Die Wohnungen sind von der lärmintensiven Fetscherstrasse abgewandt und liegen zum ruhigen Innenhofbereich. Sie sind überwiegend nach Westen orientiert. Die Erschliessung der Wohnungen erfolgt über einen zweigeschossigen Gebäudeeinschnitt auf der Ostfassade des Baukörpers von der Fetscherstrasse. Über den Eingangsbereich mit der Briefkastenanlage wird das Treppenhaus mit Aufzug erschlossen. Alle Wohnungen besitzen als privaten Aussenraum je eine Loggia. Die Abstellräume / Kellerräume der Wohnungen sind zur Hälfte auf den Geschossen und zur Hälfte im Untergeschoss untergebracht.

 

Konstruktion und Material

 

Das Gebäude ist als Massivbau geplant. Die tragenden Bauteile des Untergeschosses (incl. der Tiefgarage) sind in Ortbeton vorgesehen. Die tragenden Aussen- & Innenwände der Obergeschosse (incl. der Wohnungstrennwände) sind als KS- Mauerwerkswände geplant. Die Decken werden als Betondecken ausgeführt. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist das Tragwerk neben der tragenden Aussenwand in eine Stützenstruktur aufgelöst um eine möglichst hohe Flexibilität im Innenraum zu ermöglichen. Der Treppenhaus- und Aufzugskern, welcher über alle Geschosse reicht dient der Aussteifung des Baukörpers.

 

Die nichttragenden Innenwände der Wohnungen sind als Trockenbauwände vorgesehen und ermöglichen neben wirtschaftlichen Erstellungskosten auch eine Flexibilität in der Grundrissstruktur. Die Wohngeschosse haben eine gleiche Aufteilung, somit ist eine sinnvolle durchgehende haustechnische Installationsführung gegeben.

 

Die Aussenhaut des Gebäudes erhält ein Wärmedämmverbundsystem. In der zweigeschossigen Sockelzone (EG und 1.OG) besitzt die Fassade eine Verkleidung aus hellbeigen Klinkerriemchen. In den Wohngeschossen ist die Aussenhaut verputzt (Korngrösse 3 mm, Anstrich hellbeige, farblich zum Klinker abgestimmt). Das Haus besitzt eine horizontale Gliederung aus Lisenen (Betonfertigteile). Die Fenster sind als Kunsstoffenster mit einer 3- Scheiben-Isolierverglasung entsprechend den Anforderungen der EnEV bzw. der KfW vorgesehen. Alle Fenster lassen sich vom Innenraum aus reinigen. Der sommerliche Wärmeschutz wird durch einen aussenliegenden textilen Behang gewährleistet (Farbe wie das WGJ- Logo). Die Aussenfarbe der Fenster ist stimmig zur Farbigkeit des Klinkers und des Putzes gewählt. Die bauordnungsrechtlichen Absturzsicherungen an Fenstern und Loggien sind als Stahlkonstruktion im Farbton RAL 1035 (Perlbeige) gewählt. Das Flachdach des Gebäudes ist vom benachbarten Hochhaus einsehbar und sollte eine Kiesschüttung erhalten. Energie: Durch den Einsatz einer hochwertigen und wärmebrückenfreien Dämmung der Gebäudehülle, die Verwendung der anliegenden Fernwärme als Wärmeerzeuger und den Einsatz eine kontrollierten Wohnraumlüftung ggf. mit Wärmerückgewinnung ist es möglich den angestrebten Energiestandard KfW 55 zu erreichen.

 

 

 

 

Projektinformation

Projekt

Neubau Wohn- und Geschäftshaus

 

Auftraggeber

Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG - WGJ

Haydnstrasse 1, D 01307 Dresden

 

Standort

Fetscherstrasse

D 01307 Dresden

 

Bearbeiter

dd1 architekten

 

Bearbeitung

2018

 

Leistungsumfang

Gutachterverfahren

 

Lageplan

 

Grundriss Untergeschoss

 

Grundriss Erdgeschoss

 

Grundriss Obergeschosse

 

Querschnitte

 

Ansichten

 

Piktogramm

 

Modell